BLEEP BLOOP Blog

2020-04-09

Schreiben für mein zukünftiges Ich

Wenn ich Blogs anderer anschaue, die ihren 10. Geburtstag schon hinter sich haben, bin ich immer ein wenig neidisch. Vor allem auf die Möglichkeit einen Einblick auf die eigene Person von vor über 10 Jahren zu haben. Statt wie bisher den vorrangigen Anspruch des Teilens im Fokus zu haben, möchte ich nun vor allem einen Blog führen, auf den ich irgendwann zurückblicken kann.

Für mich ist das, was dem am nächsten kommt, mein primärer - und seit einer Weile auch einziger - Twitter-Account. Aber wer weiss ob es Twitter in 10 Jahren noch gibt - oder ich auf der Platform überhaupt noch lange sein möchte. Vermutlich nicht.

Es gibt zwar Tools wie DayOne, die ich auch weiterhin nutzen werde, aber die nutze ich häufiger zum sortieren meiner Gedanken, Writing Prompts, Haikus, potentielle Songtexte, kurze dumme Witze und was mich gerade beschäftigt. Aber zB dass ich mir letzte Woche einen Kasettenrekorder kaufte, oder jetzt alle paar Tage einen morgendlichen Jam auf Instagram veröffentliche geht Schlicht in der Masse unter.

Der neue Fokus erlaubt mir auch ein paar der üblichen Fragen, die mit einem Blog verbunden sind, direkt zu klären:

Deutsch oder Englisch? Da ich selbst die Hauptzielgruppe bin, schreibe ich auf Deutsch. Auch der Fokus auf ein Thema ist nicht wichtig. Einzig die Frage zählt, ob es potentiell interessant für eine 42 jährige Version von mir sein könnte. Kommentare ja/nein? Auch einfach Nein. Sollte jemand hier etwas lesen, und das dringende Bedürfnis haben, etwas dazu sagen zu wollen, gibt es genug andere Mittel und Wege dies zu tun. Ganz nebenbei schaffe ich einen ganzen Haufen von Problemen die mit Kommentaren einhergehen, einfach direkt ab; vor allem in Hinblick auf DSGVO. Statistiken? Für diese Seite gibt es nur einen wichtigen Besucher, also klares nein. SEO? Lol, Nein. Cookies? Nein.

Mit Blick auf die Langlebigkeit, kommen dafür aber ein paar andere Fragen/Probleme auf. Embeds von anderen Seiten sollte ich daher vermeiden, da ich nicht sicher sein kann, dass diese in 10 Jahren noch funktionieren. Links zu anderen Seiten funktionieren ebenso schlecht - es sei denn ich finde einen einfachen Weg, das in Verbindung mit archive.org zu machen. Als System benutze ich jetzt einfach WordPress, weil es kostenlos ist, keine Stunde gedauert hat einzurichten, 1000000 Plugins für so ziemlich jeden Use-Case hat und sich relativ simpel in verschiedene Systeme übertragen lässt, sollte WordPress irgendwann nicht mehr existieren. Aber dann existiert das Internet vermutlich nicht mehr und es ist eh alles egal.

© 2020 Nils Riedemann