BLEEP BLOOP Blog

2020-05-06

Durchgehört: Do Androids Dream Of Electric Sheep?

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Ich liebe Blade Runner - also den Film - und die ganze Cyberpunk Ästhetik. Homo Deus hat mich in der Stimmung zurückgelassen mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen, aber mir stand der Sinn nach einer Geschichte, nachdem ich eine ganze Reihe von Sachbüchern gelesen hatte.

Die Buchvorlage zu Blade Runner mit dem Titel “Do Androids Dream Of Electric Sheep?” liegt schon seit ewig auf meinem Pile Of Shame. I, Robot von Asimov liegt dort zwar auch, aber das steht als Buch im Regal - und ich war auf der Suche nach einem Hörbuch.

Also kaufte ich mir Do Androids Dream of Electric Sheep bei Audible für 1 Guthaben.

Knapp über 9 Stunden Hörzeit hat es und ist somit eines der kürzesten Hörbücher, die ich je hörte. Der Sprecher macht einen sehr guten Job und hat ein gutes Repertoire an Stimmfarben, dass man immer weiss, wer gerade spricht.

Nach 6 Tagen hatte ich es durch. Es ist ein hervorragendes Buch, das seinen Ruf absolut verdient hat. Philip K. Dick wirft spannende philosophische Fragen im Hinblick auf künstliche Intelligenz auf und erschafft eine sehr düstere aber bildhafte Welt.

Ausgehend davon, dass das Buch 1968 erschienen ist, kann man sich denken, dass die Welt nicht so richtig gut gealtert ist, das empfand ich aber absolut nicht störend. Ausserdem hat sie ein paar Elemente, die ich sehr interessant und spannend finde. Zum Beispiel die Verbreitung von Empathy Boxen, auf denen man eine Emotion wählen kann.

Ein Thema das in Homo Deus nämlich behandelt wird, ist, dass Emotionen lediglich biochemische Reaktionen seien und man potentiell mit der richtigen Pille, eine bestimmte Emotion auslösen oder unterdrücken könne. Das passiert im Grunde ja schon heute. Die Empathy Boxen gehen daher nur ein paar Schritte weiter - und es sind keine Pillen, die man einnimmt.

Zukunftsvisionen von früher sind ja immer ein guter Spiegel der Zeit sind, in der sie entstanden sind. So hat in DADoES? das Fernsehen eine sehr zentrale Rolle in der Gesellschaft. Buster Friendly, ein Moderator, ist einer der wichtigsten Personen und jeder schaut und kennt seine Sendung und verkündet eine große Nachricht.

Fazit

Sollte man gelesen haben. Irgendwann. Der Film hat bis auf die Welt und einige Charaktere überraschend wenig mit dem Buch zu tun. Es sind jeweils gänzlich eigene Geschichten und ich finde beide gut.

9 Stunden sind schnell gehört - oder in Buchform vermutlich innerhalb eines gemütlichen Sonntags gelesen.

Das ganze Thema des Buches ist seit dem Erscheinen auch schon in unendlich vielen anderen Formaten und Medien abgehandelt worden. Meine beiden Favoriten, die das Thema als Film angehen, sind übrigens Her und Ex Machina.

Werde demnächst mal The Man In The High Castle von Philip K. Dick lesen, da mir sein Stil recht gut gefiel.

★★★★★

© 2020 Nils Riedemann